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Toolbox-Werkzeuge Arbeitnehmer/innenschutz

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen einige ausgewählte Internetseiten und Werkzeuge zur Evaluierung im Bereich Arbeitnehmer/innenschutz vor. Wir orientieren uns dabei an qualitätsgeprüften anerkannten Verfahren, die kostenfrei oder kostengünstig einzusetzen sind*.

 

Arbeitsplatzevaluierung allgemein

Um mögliche Gefährdungen oder Gefahren für die Arbeitnehmer/innen zu vermeiden, müssen alle Betriebe regelmäßig eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung aller Arbeitsplätze durchführen, wobei gleichartige Arbeitsplätze am selben Betriebsstandort zusammengefasst werden können.

Allgemeines lesen Sie auch im kleinen Einmaleins der Arbeitsplatzevaluierung oder in den "8 Schritten zum sicheren Arbeitsplatz" auf eval.at. Diese von der AUVA mit den Sozialpartnern entwickelte Internetseite stellt Ihnen tätigkeitsbezogen sehr viele Anleitungen, Formulare und Hilfen zur Verfügung und bietet fast 500 Grundevaluierungen für diverse Branchen zur Arbeitsplatzevaluierung an.

Die Evaluierungshefte der AUVA , die - im Gegensatz zu diesem Ansatz - bei der Gefährdungsbeurteilung helfen, finden Sie auf der Homepage der AUVA hier. Allgemeines zur Evaluierung siehe auch unten Video Modul 1.

Weiters hat die AUVA hat zahlreiche Merkblätter entwickelt, die bei der Gestaltung sicherer und gesunder Arbeitplätze und deren Evaluierung dienlich sind. Zur Übersicht und Online-Bestellliste der Merkblätter geht es hier. Probieren Sie auch die APPS der AUVA  zu folgenden Themen: Bildschirmarbeitsplatz, Heben und Tragen, Lexikon Prävention, Zeichen der Sicherheit, Erste Hilfe Hand, und Sicherheits- und Gesundheitsmanagement SGM.

Ihre Evaluierung und etwaige daraus abgeleitete Maßnahmen müssen in den Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumenten (SGD) festgehalten werden und regelmäßig, sowie nach diversen Anlassfällen (Arbeitsunfälle, erhöhte Fehlzeiten u.a.), überprüft werden. Zur Verordnung über Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente geht es hier.


Evaluierung Psychischer Fehlbelastungen

Allgemeine Informationen:

Die Evaluierung Psychischer Fehlbelastungen ist in der ÖNORM 10075 "Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastungen" geregelt. Diese ist beim Normungsinstitut erhältlich. Sie besteht aus drei Teilen:

Teil 1: Allgemeines und Begriffe (ÖNORM EN ISO 10075-1:2000)
Teil 2: Gestaltungsgrundsätze (ÖNORM EN ISO 10075-2:2000)
Teil 3: Grundsätze und Anforderungen an Verfahren zur Messung und Erfassung psychischer Arbeitsbelastungen (ÖNORM EN ISO 10075-3:2004)

Die Evaluierung Psychischer Fehlbelastungen muss demnach vier Dimensionen erfassen:

  • Arbeitsaufgabe und Tätigkeiten
  • Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation
  • Arbeitsumgebung
  • Sozial- und Organisationsklima


Näheres erklären zum Beispiel folgende Videos der AUVA:

Bei Fragen wenden Sie sich  für eine kostenfreie Beratung an AUVA Sicher.

Auch das Video (ohne Untertitel) "Stress am Arbeitsplatz managen" der Arbeitsinspektion erläutert die fünf Schritte einer erfolgreichen Evaluierung und zeigt praktische Umsetzungsbeispiele aus Betrieben auf. Zum Video mit Untertiteln geht es hier.

Ein weiteres informatives Video zu Anlass, Vorgehen und Ablauf der Psychischen Gefährdungsbeurteil- ungen finden Sie auch auf der Homepage der Deutschen Arbeitsschutzstrategie zum Arbeitsprogramm Psyche.

 

Ausgewählte Werkzeuge zur Evaluierung Psychischer Belastungen

Bei der Evaluierung Psychischer Belastungen kommen folgende Verfahrenstypen zum Einsatz:

  • Beobachtende Verfahren:

Besonders geeignet in Produktionsprozessen bzw. immer dort, wo Mitarbeiter/innen nicht ausreichend gut deutsch sprechen.

Beispiele für Werkzeuge: SIGMA, SGA

  • Workshops, Gruppengespräche und Einzelinterviews:

Der Vorteil von Workshops ist, dass Mitarbeiter/innen zu den erhobenen Belastungen unmittelbar Verbesserungsvorschläge formulieren können.

Beispiele für Werkzeuge: ABS-Gruppenverfahren, KFZA, SGA

  • Mitarbeiter/innenbefragungen:

Der Vorteil von Mitarbeiter/innenbefragungen ist, dass die Einschätzung aller einbezogen werden kann. Mitarbeiter/innenbefragungen sind kostenpflichtig, informieren Sie sich über die Unterschiede und Kosten der einzelnen Verfahren.

Beispiele für Werkzeuge: Arbeitsbewältigungsindex Plus™ (von AUVA aus dem WAI weiterentwickelt), BASA II, SALSA, ImpulsTest2®Professional, EWOPLASS.

Grundsätzlich können Sie die Evaluierung frei mit den für Ihr Unternehmen passenden Werkzeugen durchführen. Bei der Auswahl sollten Sie allerdings darauf achten, dass das gewählte Verfahren ein qualitätsgesichertes, standardisiertes Messverfahren ist, welches die testtheoretischen Anforderungen an Verfahren, wie sie auch in ÖNORM EN ISO 10075-3:2004 beschrieben werden, erfüllt. Im Zweifelsfall lassen Sie sich vorab durch Ihre Präventivfachkräfte oder durch das zuständige Arbeitsinspektorat beraten.

Gut geeignet für Klein- und Mittelbetriebe sind insbesondere: ABS Gruppenverfahren, KFZA,  SIGMA, BASA II, EWOPLASS.

Für Großbetriebe empfiehlt sich zumeist die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden: Auf Basis einer allgemeinen Mitarbeiter/innenbefragung werden in ausgewählten - kritischen - Bereichen Workshops zur Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen eingesetzt.

 

 

*Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten Sie das eine oder andere Instrument vermissen, das aus Ihrer Sicht hier veröffentlicht gehört, kontaktieren Sie uns bitte über unser Kontaktformular. Unsere Community lebt ja durch den Beitrag Aller.