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Betriebliche Gesundheitsförderung

ist die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse, um Arbeit, Organisation und Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Das soll den Beschäftigten und dem Unternehmen gleichermaßen zugutekommen (nach Badura).

Durch gute Arbeitsbedingungen und Lebensqualität am Arbeitsplatz wird auf der einen Seite die Gesundheit und Motivation nachhaltig gefördert und auf der anderen Seite werden die Produktivität, Produkt- und Dienstleistungsqualität und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens erhöht. Es entsteht für Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen eine "Win-Win-Situation" und das Unternehmensimage als guter Arbeitgeber im Sinne von Corporate Social Responsibility und Employer Branding wird verbessert.

Die wichtigsten Prinzipien Betrieblicher Gesundheitsförderung sind: 

ein ganzheitlicher Gesundheitsbegriff als Grundlage: 
Gesundheit nicht nur als Zustand körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden, sondern als ein dynamischer Prozess, in dem das Individuum ständig ein Gleichgewicht mit seiner Umwelt herzustellen versucht.
Dies bedeutet, dass BGF nicht nur individuelle Verhaltensweisen, sondern auch die Rahmenbedingungen (also die Arbeitsabläufe und -strukturen) im Betrieb „gesünder“ gestalten will.

Ressourcenorientierung und Empowerment
Es wird an den vorhandenen persönlichen, sozialen und strukturellen Ressourcen der Mitarbeiter/innen und des Unternehmens im Sinne von Stärken, Potenzialen, Kompetenzen etc.angesetzt, im Unterschied zu einer Defizitorientierung, die Mängel, Probleme etc. in den Mittelpunkt stellt.
Empowerment bedeutet Befähigung und ist ein Prozess, mit dem die Fähigkeiten von Menschen gestärkt und aktiviert werden, Herausforderungen zu bewältigen, Bedürfnisse zu stillen, Probleme zu lösen.

Partizipation
Betriebliche Gesundheitsförderung will Gesundheitsmaßnahmen, die sowohl den Mitarbeiter/innen als auch dem Unternehmen nutzen, gemeinsam umsetzen. Dabei arbeiten Unternehmensführung und Beschäftige zusammen. 

Projektmanagement:
für eine erfolgreiche und sinnvolle Betriebliche Gesundheitsförderung wird ein plan- und zielorientiertes Vorgehen benötigt. So kann Gesundheit in der Unternehmenskultur verankert werden.

Nachhaltigkeit der Veränderungen:
Nachhaltigkeit ist dann gegeben, wenn die optimierten Strukturen, Prozesse und Verhaltensweisen über die Projektdauer hinaus Bestand haben und auch an künftige Änderungen angepasst werden.

Der Ablauf eines BGF Projekts oder Prozess folgt dem klassischen Management-Zyklus:

  • Bestandsaufnahme - Analyse
  • Maßnahmenentwicklung
  • Maßnahmenumssetzung
  • Wirksamkeitsüberprüfung - Evaluation
  • neuerliche Maßnahmenentwicklung

Details zu den einzelnen Phasen siehe Toolbox BGF.

Die wichtigsten Qualitätskriterien Betrieblicher Gesundheitsförderung sind: 

  • Verankerung der BGF in der Unternehmenskultur 
  • Strukturelle Verankerung der BGF im Unternehmen  
  • Klare Verantwortlichkeit für die BGF 
  • Ausrichtung des Projektes (insbesondere Diagnose und Umsetzung) an Bedürfnissen einzelner Zielgruppen 
  • Angemessenheit der eingesetzten Instrumente und Tools 
  • Qualität der Mitarbeiter/innenbeteilung an der BGF im Unternehmen 
  • Qualität der Informations- und Kommunikation über die BGF
  • Umsetzung von angemessenen Maßnahmen im Bereich der Verhältnisprävention 
  • Umsetzung von angemessenen Maßnahmen im Bereich der Verhaltensprävention 
  • Sensibilisierung von Führungskräften sowie Umsetzung von spezifischen Maßnahmen für sie
  • Qualität und Umfang der formulierten Ziele 
  • Überprüfung und Reflexion der Erreichung der angestrebten Ziele 
  • Qualität und Umfang der Ergebniskontrolle des gesamten BGF-Kreislaufes 
  • Nachhaltige Ausrichtung von Projektstrukturen und Maßnahmen 

Mehr Informationen: Die 15 Qualitätskriterien des BGF Netzwerks.

Themen der Betrieblichen Gesundheitsförderung sind vielfach Management-Prozesse und Themen der Unternehmensentwicklung:

  • Verhalten- und Verhältnisprävention
  • Gesundes Führen
  • Gesunde Mitarbeiter/innen
  • Gesundheitsberichte und Unternehmenskommunikation
  • Unternehmensprozesse und Verantwortlichkeiten
  • Gesunde Arbeitsumgebung

Zur Förderung der Etablierung von Betrieblicher Gesundheitsförderung gibt es einige finanzielle Förderungen und Beratungsangebote, derzeit insbesondere durch die Gebietskrankenkassen. Wir haben für Sie eine Übersicht der aktuellen Fördermöglichkeiten zusammengestellt.


BGF Prinzipien, Ablauf und Themen sind für alle Unternehmen entsprechend ähnlich. Die Umsetzung und der Umfang Betrieblicher Gesundheitsförderung unterscheiden sich hingegen aufgrund der Größe und Einzigartigkeit Ihres Unternehmens. 


Tipps für Unternehmen:

Als Einzelunternehmer/in ist Ihre Gesundheit eine zentrale Ressource für den Fortbestand Ihres Betriebs. Wenn Sie "selbst und ständig" arbeiten, vergessen Sie nicht auf Ihre gesunde Work-Life-Balance zu achten. Bauen Sie Bewegung und Entspannung in Ihren (Arbeits)Alltag ein.

Die Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft fördert Sie dabei unter anderem mit dem SVA Gesundheitshunderter. Mehr Informationen bei der SVA.

Für Kleinst- und Kleinunternehmen gelten sinngemäß alle BGF Prinzipen und Qualitätskriterien. Auch der Ablauf und die Themenfelder decken sich. Lediglich die Umsetzung ist wesentlich einfacher und kürzer und besteht zumeist aus:

  • einem Status (Analyse) Workshop mit dem Mitarbeiter/innen
  • einem Führungskräftecoaching und
  • einem Umsetzungsplan
  • einer Erfolgsmessung.

Besonders die NÖGKK und STGKK haben dazu eigene Programme und Unterstützungsleistungen entwickelt.

Ein BGF-Projekt muss entsprechend der Voraussetzungen eines Unternehmens individuell geplant werden.

Ein klassisches BGF-Projekt durchläuft folgende Phasen:

Quelle: STGKK

Zur Umsetzung von BGF in mittleren und großen Unternehmen siehe auch unsere Informationen in den BGF Themen und der BGF Toolbox.

Auf dem Weg zu einem gesundheitsfördenden Unternehmen werden zumeist unterschiedliche Entwicklungsstufe durchlaufen, wie die Darstellung des BGF Reifegrads zeigt. 

Die höchste Stufe - ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement - erreichen Sie, wenn Sie über die strategische Steuerung von Betrieblicher Gesundheitsförderung (was oftmals ebenso mit "Betriebliches Gesundheitsmanagement" bezeichnet wird, sich aber nur auf die Säule BGF bezieht) hinausgehend, alle drei Säulen von Gesundheit im Betrieb Arbeitnehmer/innenschutz, Betriebliche Gesundheitsförderung und Inklusion/Wiedereingliederung vernetzen und gemeinsam steuern.