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Gesundheitszirkel

Gesundheitszirkel (GZ) sind betriebliche Gesprächsgruppen, die ein wichtiges Element in der Bestandsaufnahme von gesundheitsgefährdenden Faktoren am Arbeitsplatz sind und gleichzeitig ein Element der Befähigung und Mitsprache darstellen. Ein weiterer Vorteil von Gesundheitszirkeln ist, dass im Gespräch - über die Erhebung und Ursachenforschung hinaus - auch gleich Lösungsansätze entwickelt werden.

Häufig bringen Gesundheitszirkel für Führungskräfte auch Überraschendes bis Befremdliches zutage. Es zeigen sich Mängel in der Unternehmenskultur oder im Betriebsklima und im Wohlbefinden der Mitarbeiter/innen, bedingt durch die Arbeitsorganisation oder die Führung.

Deswegen ist die Bereitschaft der Führungskräfte, Kritik auszuhalten und mit den Mitarbeiter/innen Veränderungen herbeizuführen, ein wesentliches Kriterium für den Erfolg des Gesundheitszirkels.

 

Organisatorisches 

Gesundheitszirkel brauchen durchschnittlich etwa 5 bis 8 Sitzungen von ca. 2 Stunden Dauer, um ihre Aufgabe gut erledigen zu können.

Kleinere Betriebe benötigen oft nur 3-6 Stunden insgesamt.

In Mittleren und Großunternehmen werden parallel mehrere Gesundheitszirkel aktiv sein.

Die optimale Größe für Arbeitsgruppen dieser Art sind 5 bis 10 Personen. 

Da die Sitzungen im Interesse des Betriebs stattfinden, sollten sie auch in der bezahlten Arbeitszeit abgehalten werden. 

Die Teilnahme ist freiwillig. Um ein gutes Gesprächsklima zu ermöglichen, sollte in der Gruppenzusammensetzung darauf geachtet werden, dass die Teilnehmer/innen keine allzu großen Sprachbarrieren haben (ggf. zusätzliche fremdsprachige Gruppen durchführen), und weder besonders negativ noch besonders dominant sind.

Die Gesprächsleitung wird daher idealerweise einem/einer Moderator/in übertragen, der/die entsprechend ausgebildet ist und typischerweise nicht aus dem jeweiligen Arbeitsbereich kommt, oftmals werden auch externer Berater/innen eingesetzt.

Regionale Moderatoren mit Erfahrung finden Sie auf der Homepage des BGF-Netzwerks.

 

Arten von Gesundheitszirkel

Berliner Modell:

Homogen zusammengesetzter Gesundheitszirkel, d.h. gleichartige Zusammensetzung (Beschäftigte einer Arbeitsgruppe/Abteilung) auf einer hierar­chischen Ebene.

Der Vorteils dieses Modells ist, dass der Erfahrungsaustausch ohne Beisein von Führungskräften leichter und freier in Gang kommt und zu vielfältigeren Ergebnissen führt. Innerhalb Österreichs kommt hauptsächlich dieses Modell zum Einsatz.


Düsseldorfer Modell

Inhomogen, hierarchieübergreifend zusammengesetzter Gesundheits­zirkel: Gemischte Kleingruppe aus 4 bis 5 Beschäftigten eines Arbeitsbereiches, mit Meister oder Gruppenleiter (= Vorgesetzter), Sicher­heitsfachkraft, Betriebsrat, Arbeitsmediziner/in und Betriebsleiter/in (mehrere hierarchische Ebenen).

Fallweise werden auch Fachexpert/innen zu Gesundheitszirkel hinzugezogen.